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Binnenschiffspersonalverordnung – BinSchPersV

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1(Fundstelle: Anlageband zu BGBl. I 2021, Ausgabe 81 vom 6. Dezember 2021, S. 23 - 24)

Inhalte von Lehrgängen über die grundlegende Sicherheitsausbildung

Der Lehrgang vermittelt die nachstehend genannten theoretischen und praktischen Inhalte.
2Das geschieht durch eine enge Verzahnung von Praxis und Theorie, die das Erreichen der notwendigen Handlungskompetenz sicherstellt.

3Die Dauer des Lehrgangs sollte mindestens drei Tage betragen, darf diese Dauer aber auch nicht erheblich überschreiten.

I.

4Verwendung der Rettungsmittel gegen das Ertrinken
Zeitrahmen: ca.
56 Stunden
1.
Rettungsmittel an Bord eines Fahrzeugs
Inhalte:
6Zusammenfassende Darstellung möglicher Rettungsmittel an Bord und ihrer Funktion
2.
Gefahren nach einem Sturz ins Wasser
Inhalte:
7Gefahren der Strömung, der Wassertemperatur und des Schiffsverkehrs beim Überbordgehen; Gefahr der Unterkühlung; Gefahr des Kälteschocks; Probleme bei der Rettung aus dem Wasser; Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Unterkühlung
3.
Rettungsweste
Inhalte:
8Aufbau und Funktion der Rettungsweste, Prüfung auf Einsatzbereitschaft; korrektes Anlegen der Rettungsweste
Art der Vermittlung:
9Praktische Unterweisung mit Auseinanderfalten und anschließendem Zusammenlegen der Rettungsweste; zudem möglichst mit Auslösung der Rettungsweste im Wasser
II.
Die besondere Arbeitsumgebung an Bord eines Fahrzeugs
Zeitrahmen: ca.
103 Stunden
1.
Sicheres Bewegen an Bord eines Fahrzeugs
Inhalte:
11Persönliche Schutzausrüstung:

12Auswahl des korrekten Sicherheitsschuhs, Benutzung steiler Treppen/Leitern, Umgang mit den beengten räumlichen Verhältnissen an Bord, Gefahren beim Begehen von Gangborden, Gefahren beim Betreten von abgeschlossenen Bereichen (z. B. Wallgängen), Gefahren sich bewegender Teile (z. B. in Maschinen, Steuerhaus oder Radarantenne)
2.
Umgang mit Notsituationen an Bord eines Fahrzeugs
Inhalte:
13Lesen und Umsetzung der Sicherheitsrolle des Schiffes; Rettungswege an Bord; Umgang mit den beengten Verhältnissen an Bord beim Retten und Bergen; Verhalten bei personellen Ausfällen:

14Notmaßnahmen der Schiffsführung; Absetzen von Notrufen und sonstige Kommunikation in Notfällen unter Verwendung der unten aufgeführten Standardredewendungen auf Englisch
3.
Arbeiten mit Tauen und Drähten
Inhalte:
15Gefahren beim Festmachen und beim Umgang mit Winden, Persönliche Schutzausrüstung:

16Auswahl des korrekten Handschuhs
Art der Vermittlung:
17Praktischer Umgang mit Tauen oder Drähten
III.
Brandbekämpfung an Bord eines Fahrzeugs
Zeitrahmen: ca.
183 Stunden
1.
Einrichtungen zur Brandbekämpfung an Bord eines Fahrzeugs
Inhalte:
19Darstellung der Einrichtungen zur Brandbekämpfung an Bord eines Fahrzeugs und deren Einsatzbereiche
2.
Umgang mit tragbaren Feuerlöschern
Inhalte:
20Einsatz von Feuerlöschern zur lokalen Brandbekämpfung
IV.
Gefahren an Bord durch Lärm
Zeitrahmen: ca.
212 Stunden
1.
Lärmquellen an Bord eines Fahrzeugs
Inhalte:
22Darstellung der Lärmquellen an Bord eines Fahrzeugs und deren Lautstärke
2.
Gefahren von Lärm
Inhalte:
23Auswirkungen kurz- oder langfristigen Lärms auf die Gesundheit (z. B. im Maschinenraum, Ladepumpen oder Werkzeuge)
3.
Gehörschutz
Inhalte:
24Arten von Gehörschutz; richtiges Anlegen
V.
Umgang mit Gefahrstoffen an Bord eines Fahrzeugs
Zeitrahmen: ca.
253,5 Stunden
1.
Arten von Gefahrstoffen an Bord eines Fahrzeugs und bei der Bordarbeit
Inhalte:
26Überblick über die Gefahrstoffe an Bord:

27Arbeiten mit, Lagern und Entsorgung von Farben/Lacken, Reinigungsmittel, Gefahrgut (als Ladegut)
2.
Gesundheitsgefahren beim Umgang mit Gefahrstoffen
Inhalte:
28Wirkungen der Gefahrstoffe an Bord auf den menschlichen Körper
3.
Schutz gegen diese Gefahren
Inhalte:
29Darstellung der möglichen Maßnahmen:

30Be- und Entlüftung, geeigneter Atemschutz, geeigneter Hautschutz, wie z. B. Schutzanzüge und Handschuhe
Art der Vermittlung: praktische Verwendung der persönlichen Schutzausrüstung
VI.
Grundlegende Maßnahmen der Ersten Hilfe
Zeitrahmen: mindestens 3 Stunden
Inhalte:
31Lebenserhaltende Maßnahmen; Wundversorgung; Maßnahmen bei Akuterkrankungen (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall, Schock)
Art der Vermittlung: praktische Übungen (wie z. B. Herz-Lungen-Wiederbelebung oder Anlegen eines Verbandes)

Zu II.2: Standardredewendungen

Die Decksleute müssen in der Lage sein, die folgenden Sätze in englischer Sprache zu verwenden:

1.
There is a dangerous situation.
2.
1The ship is on fire.
3.
1The ship is aground.
4.
1The ship has collided.
5.
1The ship is flooding.
6.
1Someone has fallen overboard.
7.
1I need assistance.
8.
1There is a medical emergency.

Zuletzt geändert durch Art. 2 V v. 17.12.2025 I Nr. 381
Seite zuletzt aktualisiert am 23. Januar '26